Affiliate Website erstellen: Ein offenes Beispiel #6

Hier kommt der sechste Teil der Reihe. Den vorherigen Artikel findest Du hier.

Das letzte Update dieser Artikelreihe ist schon ein bisschen her. Deswegen gibt es heute viel zu erzählen: Neben einem neuen Affiliate-Netzwerk habe ich mich auch an neuen Werbeanzeigen versucht und bin auf die VG Wort gestoßen. Aber alles der Reihe nach.

Pinterest

Die größte Steigerung der Nutzerzahlen habe ich mit Pinterest erreicht:

Analytics von Pinterest

Pinterest ist dabei Fluch und Segen zugleich. Während Posts dort eine wesentlich längere Halbwertszeit haben, sind sie schwerer zu erstellen.

Ein Pin auf Pinterest muss mindestens hübsch aussehen, gut auf die Zielgruppe zugeschnitten sein und auf einen Blick klar machen können, worum es geht. So ähnlich wie ein Thumbnail auf YouTube, kann man eine ganze Menge Zeit bei der Komposition eines solchen Bildes aufwenden.

Dafür bleibt ein oft von anderen gemerkter Pin lange von Nutzen. Viele von ihnen schaffen es noch Monate nach dem Posten, Nutzer auf meine Seite zu bringen. Diese Langfristigkeit konnte ich mit Instagram nie erreichen.

Dank Pinterest stiegen die Nutzerzahlen erheblich und meine Seite verzeichnete im besten Monat über 30k einzigartige Besucher. Das sind rund 1.000 Besucher pro Tag. Klingt erstmal gut, hat aber einen gewaltigen Haken.

Der Haken an Traffic von Pinterest

Das Ziel der Affiliate Seite ist ja, dass Besucher auf die Affiliate Links klicken und darüber etwas im jeweils verlinkten Shop kaufen. Damit der Kauf mit meinem Partnerkonto in Verbindung gebracht werden kann, ist das Setzen eines Cookies nötig. Und da wird es mit Pinterest knifflig:

Die allermeisten Nutzer von Pinterest greifen über die native (iOS/Android) App auf die Plattform zu. Wenn sie von dort aus auf meine Seite gelangen, dann sehen sie sie im WebView der Pinterest App.

Weder bei Android noch iOS werden Cookies des Standard-Browsers mit den WebView-Browsern geteilt. Das bedeutet, selbst wenn jemand im Standard-Browser bei Amazon eingeloggt ist, müsste er oder sie sich erneut im WebView-Browser von Pinterest einloggen. In dem Moment springen viele Nutzer ab, schließen Pinterest und gehen entweder über den Standard-Browser zu Amazon oder nutzen die Amazon App und suchen dort nach dem eben gesehenen Produkt.

In diesem Moment geht der Affiliate Cookie verloren und der Kauf wird nicht mit dem Partnerkonto in Verbindung gebracht. Kurzum: Traffic von Pinterest ist für Affiliate Websites nur bedingt von Nutzen.

Änderung der Provisionen für Partner bei Amazon

Amazon hat eine kleine aber wichtige Änderung an den Provisionen für ihre Partner vorgenommen. Nun bekommen Partner mehr, wenn sie auf eine Produktseite verlinken und genau dieses Produkt gekauft wird. Aber wenn zum Beispiel auf eine Produktkategorie oder Suchergebnisseite verlinkt wird, dann erhalten die Partner bei einem Kauf wesentlich weniger.

Zusammengefasst: Es lohnt sich eigentlich nur noch, auf einzelne Produkte zu verlinken.

Die Änderung ist einigermaßen nachvollziehbar: Seiten, die Affiliate-Links enthalten und Produkte empfehlen sollten einen Mehrwert bieten. Sich lediglich als Mittelsmann dazwischen zu schalten und auf Produktkategorien zu verlinken ist für den Besucher einer Affiliate Seite nicht hilfreich. Auch für Amazon sind solche Seiten keine wertvollen Partner. Vielmehr sind sie Konkurrenten im Ranking bei Google. Denn für Nutzer, die eine Kaufentscheidung auf der Produktkategorie-Seite oder der Suchergebnisseite von Amazon treffen (und nicht auf einer Affiliate Seite) braucht Amazon die Partner nicht.

Natürlich ist die Senkung der Provisionen trotzdem ärgerlich. Sie zeigt außerdem, was sich Amazon alles herausnehmen kann. Wer sagt, dass sie nicht nächstes Jahr weitere Kürzungen vornehmen?

Genau aus diesem Grund habe ich es mit einem anderen Affiliate-Netzwerk versucht.

Neues Affiliate Netzwerk: AWIN

AWIN ist aus dem Zusammenschluss zweier großer europäischer Netzwerke hervorgegangen.

Nach der Registrierung bei AWIN kannst Du dich bei dort registrierten Unternehmen für die jeweiligen Partnerprogramme bewerben. Sie entscheiden dann, ob Du und Deine Website zu ihnen passen. Wenn alles klappt erhältst Du Werbemittel (Bilder und Links), die Du auf Deiner Seite einbauen kannst.

Die Provisionen sind deutlich höher als beim Partnerprogramm von Amazon. Dafür ist der Arbeitsaufwand ebenfalls höher. Sich bei den Programmen der einzelnen Firmen zu bewerben kostet Zeit. Auch weil sich die Firmen teilweise wochenlang Zeit lassen, um über die Bewerbung zu entscheiden.

Nach eineinhalb Wochen und der ersten Handvoll akzeptierter Bewerbungen habe ich damit begonnen die entsprechenden Werbemittel auf meiner Seite zu verbreiten.

Doch schon nach einem Monat stellte sich das Ganze als eine ziemliche Enttäuschung heraus. Rund 150 Klicks auf die Werbemittel konnte das Analyse-Tool von AWIN verzeichnen. Nur wurde kein einziger Verkauf erreicht.

Damit waren für mich zwei Dinge klar: Der Traffic von Pinterest taugt wirklich kaum für Affiliate Programme irgendeiner Art. Und die höheren Provisionen bei AWIN nützen nichts, wenn keine Käufe getätigt werden. Die parallel laufenden Amazon Links haben dagegen schon Verkäufe erzielt.

Werbebanner schalten

Nachdem ich den Traffic also auch mit den Programmen bei AWIN nicht so recht monetarisieren konnte, wollte ich es mit Werbebannern probieren. Dagegen hatte ich mich bis dahin immer gestäubt, weil ich solche Banner einfach hässlich finde.

Nützt aber alles nichts; irgendwie müssen sich 1k tägliche Nutzer doch zu Geld machen lassen. Also habe ich mein uraltes AdSense Konto nach Äonen wieder betreten und hielt dann kurz inne. Warum nicht auch hier mal etwas anderes probieren?

Mediavine

Dieses Netzwerk steht bei englischen Affiliate Seiten gerade hoch im Kurs. Nur ist eine gewisse Anzahl an Nutzern pro Monat Voraussetzung für den Beitritt. Meine Seite erfüllte die Voraussetzungen Dank des Traffics von Pinterest aber endlich.

Doch leider nahm Mediavine meine Seite trotzdem nicht auf, weil sie bislang nicht genügend Werbepartner im deutschsprachigen Raum haben.

AdSense

Jetzt bin ich vorerst zurück zu AdSense. Da ist die Einrichtung relativ leicht und ich wollte einfach mal sehen, wie der RPM und CTR für Werbebanner auf meiner Seite aussehen könnten.

Nach einem kleinen Urlaub habe ich AdSense endlich eingerichtet und lasse nun verschiedene Anzeigenblöcke rotieren. Damit möchte ich ganz einfach herausfinden, welche Formate am meisten Geld einspielen.

Zu diesem Zeitpunkt begann dann leider der Abfall des Traffics, den zwei meiner erfolgreichsten Pins auf Pinterest erzielten. Von einst 1k Nutzern Pro Tag fiel die Seite zurück auf 500 tägliche Nutzer.

Mit einer Seiten RPM von rund 2€ bin ich natürlich nicht besonders zufrieden. Bei derzeitigem Traffic wäre das etwa 1€ pro Tag. Das ist im Schnitt aber schon mehr, als die Affiliate Links einbringen. Dabei wollte ich doch eigentlich eine Affiliate Seite und keine 0815-Seite, die sich mit Bannern finanziert...

Naja, ich nehm’s wie’s kommt. Immerhin gibt es noch eine recht gute Nachricht:

Steigender organischer Traffic

Mitte März stiegen die organischen Zugriffszahlen der Seite erheblich. Seitdem haben sie sich beinahe verzehnfacht. Das ist einerseits gut und andererseits ein wenig merkwürdig. Denn in der betreffenden Zeit habe ich kaum Artikel geschrieben, noch großartig Backlinks gesammelt.

Scrrenshot der Search Console

Die Steigerung bringe ich daher eher mit dem fortschreitenden Alter der Seite und mit dem Update vom Ranking-Algorithmus in Verbindung. Das March 2019 Core Update gewichtet User-Signals nun noch stärker. Die relativ gute Verweildauer von Nutzern auf meiner Seite könnte da den Ausschlag gegeben haben.

Plan für die Zukunft der Seite

Da der Zähler gerade bei knapp 98k Wörtern steht, würde ich die 100k-Marke gerne als Ziel in Angriff nehmen. Der nächste veröffentlichte Artikel könnte die Marke also schon knacken.

Da der steigende organische Traffic mir jede Menge neue Daten in der Search Console beschert hat, werde ich mich in den nächsten Wochen bemühen, daraus entsprechende Strategien für weiteren Content abzuleiten.

Kurzum: Inhalte, Inhalte und noch mehr Inhalte.

Sollte das stetige Wachstum des organischen Traffics so weitergehen, dann werde ich bei Pinterest und anderen sozialen Plattformen zukünftig kürzer treten und mich mehr auf die Suchmaschinen konzentrieren. Die Conversion Rate für Affiliate Links sieht bei organischem Traffic momentan besser aus. Daher hoffe ich, mit dieser Strategie auch die Werbebanner wieder loswerden zu können. Denn jeder Nutzer, der auf eines der Banner klickt, klickt nicht auf einen der Affiliate Links.

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