Mit einem Bot an Tausenden Gewinnspielen auf Twitter teilnehmen

Kennst Du jemanden, der oder die schon irgendetwas Tolles gewonnen hat? Hast Du vielleicht auch schon das Glück gehabt? Falls nicht, dann bist Du hier genau richtig. Falls doch, dann auch.

Es gibt unfassbar viele Gewinnspiele. Eine Menge davon offline und noch mehr online. In diesem Artikel soll es darum gehen, wie Du einige davon gewinnen kannst, ohne zahllose Formulare auszufüllen und tagelang vor dem Rechner zu sitzen.

Die Gewinnspiel-Basics

Der häufigste Gewinnspiel-Typ ist die Verlosung. Hier genügt zur Teilnahme meist das Ausfüllen eines Teilnahmeformulars und schon bist Du dabei. Je einfacher die Teilnahme, desto mehr nehmen teil. Viele Konkurrenten schmälern aber Deine Gewinnchancen.

Neben den Verlosungen gibt es die kreativen Wettbewerbe. Streng genommen sind das keine Gewinnspiele mehr, aber zur Veranschaulichung blenden wir das kurz aus: Hier ist die Einstiegsbarriere größer, also werden weniger Menschen teilnehmen. Gleichzeitig ist die Teilnahme auch für Dich zeitaufwendiger.

Abgesehen von der Größe Deiner Konkurrenz, den daraus resultierenden Gewinnchancen und dem Aufwand der Teilnahme gilt es noch etwas zu evaluieren: Die Datensicherheit. Dir ist bestimmt schon ein besonders unseriöses Gewinnspiel untergekommen, das nicht nur Deinen Namen, sondern am Liebsten gleich Deine Bankdaten hätte. Doch selbst Verlosungen größerer Firmen, denen Du im ersten Augenblick mehr vertrauen möchtest, ist kritisch zu begegnen. Die haben nichts zu verschenken. Verlosungen als bloße Werbemaßnahmen sind selten. Warum nicht gleich noch ein paar Kundendaten sammeln? Sicherlich hat niemand etwas dagegen, zur eigene Anschrift noch den Mädchennamen der Mutter und die Blutgruppe anzugeben, nur um eine Zahnbürst gewinnen zu können, oder? Frage Dich vor jeder Teilnahme, welche Daten für das Gewinnspiel tatsächlich erforderlich sind und wäge ab, ob es die Sache wert ist.

Die eierlegende Wollmilchsau unter den Verlosungen hat zusammengefasst folgende Eigenschaften:

  • einfache Teilnahme
  • seriöser Veranstalter
  • verlangt wenig persönliche Daten
  • große Gewinnchancen
  • großer Gewinn

Ein Giveaway zu finden, das all diesen Ansprüchen gerecht wird, ist nicht besonders wahrscheinlich. Aber Du kannst die Vorteile bestimmter Giveaways optimal für Dich nutzen und ihre Nachteile ausgleichen.

Gewinnspiele auf Twitter

Auf Twitter sind Giveaways häufig zu finden. Die Teilnahme ist meist mit einem Retweet und dem Folgen getan. Die Hürden sind also überschaubar. Dafür sind die Gewinne und Gewinnchancen selten groß. Diesen Nachteilen kannst Du jetzt mit einem Bot entgegenwirken. Einer, der Dir automatisch viele Teilnahmen sichert und die Gewinnchancen so insgesamt wachsen lässt.

Es bleiben die Nachteile von häufig recht wertlosen Gewinnen. Aber hey, immerhin Gewinne! Auch beachten solltest Du im Falle eines Gewinns, dass Du dem Veranstalter des Giveaways keine zu persönlichen Daten gibst. Geht es um ein physisches Objekt, das versendet werden muss, bietet sich eine Packstation als Sendungsziel an. Sollte Dir jemand einen netten Preis versprechen, aber die Versandkosten im Vorfeld haben wollen, brich den Kontakt ab. Lästige Scammer sind Deine Zeit nicht wert.

Was tut der Gewinnspiel-Bot auf Twitter genau?

Der Bot gleicht ein paar der Nachteile von Giveaways auf Twitter aus. Sobald Du die Einrichtung hinter Dich gebracht hast, wird eine Zeile im Terminal zur Teilnahme an Hunderten Gewinnspielen genügen.

Twitter stellt eine Schnittstelle – die API – zur Verfügung, mithilfe derer zum Beispiel ein Python-Programm mit Twitter interagieren kann. Das Programm schlüpft in einen Account und kann Tweets verfassen, retweeten, folgen und eigentlich alles, was Du auch manuell auf der Twitter-Seite machen kannst.

Der Bot wird zunächst nach Gewinnspielen suchen. Tweets, die ein solches beinhalten werden oft mit dem Hashtag #rt2win (retweet to win) versehen. Das macht es erheblich einfacher. Diese Tweets wird er retweeten und dem Autor folgen. Bei einigen Giveaways wird zusätzlich verlangt, dass im Tweet erwähnten Nutzern ebenfalls gefolgt wird. Daher folgt der Bot auf Wunsch auch erwähnten Nutzern.

Den Bot einrichten

Da der Bot eine Menge Retweets absetzen wird, empfiehlt es sich, dafür einen neuen Account auf Twitter zu erstellen. Als nächstes benötigst Du die Zugangscodes für die Programmierschnittstelle, die der Bot nutzt.

Twitter App einrichten

Besuche die Seite des Application Managers. Klicke dort auf Create new App und fülle das folgende Formular aus. Ist die App erstellt, kannst Du die API-Keys abrufen. Falls nicht gleich zu Beginn alle vier nötigen Keys angezeigt werden, findet sich auf der Seite der App ein Button zum Generieren der übrigen Keys.

Application Manager

Insgesamt solltest Du folgende Keys und Tokens angezeigt bekommen:

  • Consumer Key (API Key)
  • Consumer Secret (API Secret)
  • Access Token
  • Access Token Secret

Diese Zeichenketten sind die Zugangsdaten für die API und werden später in den Quellcode des Bots kopiert.

Python installieren

Auf Linux-basierten Betriebssystemen ist Python i.d.R. bereits vorinstalliert. Testen Kannst Du das, indem Du im Terminal den Befehl

python -V

eingibst. Python für Windows gibt es hier.

Twython installieren

Twython ist eine Bibliothek, die es möglich macht, die Twitter API mit Python anzusprechen. Die Installation wird in den Docs von Twython erklärt.

Bot starten

Lade den Bot aus diesem Repository herunter. Kopiere die generierten Keys in die Datei winbot.py
Öffne anschließend ein Terminal im Ordner des Bots und starte ihn mit dem Befehl:

python winbot.py

Er wird Dir im Terminal zu Beginn die aktuellen Einstellungen ausgeben und solange laufen, wie das Suchen, Folgen und Retweeten dauert.

Weil Twitters API den Bot nicht grenzenlos Daten anfordern und senden lässt, macht er zwischen den Interaktionen stets eine kleine Pause. Das führt dazu, dass er relativ lange arbeiten muss, damit er an vielen Gewinnspielen teilnehmen kann. Wenn Du einen Raspberry Pi* hast, würde es sich anbieten, ihn darauf laufen zu lassen. Auf diese Weise muss nicht ständig ein großer Rechner eingeschaltet sein.

Falls Du mehr über die Einstellungsmöglichkeiten des Bots erfahren möchtest; weitere Informationen darüber findest Du in der Readme des Bots.

Was kannst Du erwarten?

Die Gewinnchancen (die ich nicht garantiere) liegen grob zwischen 0.2% und 0.5%. Der Bot muss für einen Gewinn also bis zu 500 Retweets absetzen. Das ist nicht wenig, aber unter guten Bedingungen schafft er 360 Retweets pro Tag.

Während der Bot fleißig ist, solltest Du lediglich alle zwei Tage die eingegangenen Nachrichten des Accounts nach Gewinnen durchsuchen. Vorsicht: Nicht alle Veranstalter informieren Dich über einen Gewinn per Direktnachricht: Manchmal wirst Du nur in einem Tweet erwähnt. Checke deshalb zusätzlich die Benachrichtigungen. (Filtere sie zuvor nach Erwähnungen – das spart Zeit.)

Die Gewinne

Ein Ferrari wird kaum dabei sein. Aber hier ein Ausschnitt bisheriger Gewinne:

  • Plakat über Englands schönste Ecken (DIN A0)
  • Rayman Origins Uplay Key
  • ein Wochenendtrip in Ontario (leider zu weit weg)
  • Selbsthilfe-eBooks
  • Pokemon online Boosterpack
  • PDFelement für iOS
  • Chop Chop Ninja für iOS
  • Kostenloser Tisch in der fifty9 Bar in London (leider zu weit weg)
  • 50€-Amazon-Gutschein
  • Tickets zur Augmented World Expo (auch zu weit weg)
  • diverser Kleinkram und DLCs

Sind Gewinne dabei, Die Du nicht annehmen oder gebrauchen kannst, ist es immer nett es die Veranstalter wissen zu lassen. Dann können sie sie anderweitig vergeben.

Pro-Tipp

Ersetze die Datei blacklisted-users.txt im Hauptorder des Bots durch die im Ordner namens filled-blacklist. Tweets der Nutzer, die auf der Blacklist aufgeführt werden, ignoriert der Bot. Es gibt da draußen nämlich andere Bots, die zum Beispiel viele Tweets mit dem Hashtag #rt2win absetzen und damit meinem die Arbeit erschweren.

Die Blacklist wird auf GitHub aktuell gehalten. Alternativ kannst Du sie selbst erweitern, indem Du neue Namen einfach in eine neue Zeile der Liste schreibst.

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